WLAN optimieren

Aus mediawiki tsa09
Wechseln zu: Navigation, Suche

WLAN optimieren: 26 Tipps für besseren WLAN-Empfang

1. Generelle Internet-Probleme ausschließen

Bevor Sie sich überhaupt daranmachen, Ihr WLAN zu optimieren, sollten Sie sicherstellen, dass nicht der Internetzugang selbst lahmt.

Verbinden Sie dazu Ihren Mac direkt via Netzwerkkabel mit Ihrem Router und testen Sie die Übertragungsgeschwindigkeit wie in Tipp 2 beschrieben. Falls Ihr Mac keine Ethernet-Buchse hat, können Sie auch ein Dock oder einen Adapter nutzen. Bei einem iPhone oder iPad gehen Sie im selben Zimmer in Sichtweite. Halten Sie das Gerät aber nicht direkt an den Router, das führt zu Interferenzen.

Falls die ermittelte Geschwindigkeit selbst über Kabel weit unter den Möglichkeiten Ihres Anschlusses liegt (siehe Tabelle bei Tipp 2), sollten Sie als erstes alle beteiligten Geräte neu starten.

Gibt es danach keine Besserung, sind viele Ursachen denkbar. Messen Sie mit einem anderen Gerät oder Tool nochmals nach. Es könnten auch Kabel defekt sein, tauschen Sie diese also testweise aus. Natürlich sind technische Probleme auf Seiten des Internet-Providers ebenfalls möglich. Rufen Sie dessen Support-Hotline an und lassen Sie den Anschluss überprüfen.


2. WLAN-Geschwindigkeit messen

Vorbereitung

Für eine grobe Einschätzung reicht meist ein Kurztest und Sie können direkt bei „Die Messung“ weiterlesen. Wollen Sie es ganz genau wissen, trennen Sie zunächst alle weiteren „Verbraucher“ vom Internet, sodass diese das Ergebnis nicht verfälschen: Macs, andere Rechner, Fernseher, Radios oder sonstige Geräte mit Internetanschluss schalten Sie dazu einfach aus oder schicken sie in den Ruhezustand. Bei iOS genügt es, den Flugmodus zu aktivieren. Nun sollte nur noch ein einziges Gerät – Ihr „Messgerät“ – ins Internet kommen.

Da lokale Dienste, Updates oder dergleichen das Ergebnis beeinträchtigen, sollten Sie bei macOS alle Programme beenden und Cloud-Dienste anhalten. Letzteres ist bei iCloud nicht möglich. Stellen Sie deshalb sicher, dass die letzten Änderungen bei Ihren iCloud-Dokumenten und Mediatheken einige Minuten her sind. Sicher geht, wer für Leistungsmessungen in der Systemeinstellung „Benutzer“ einen neuen Account ohne iCloud anlegt und sich damit anmeldet.

Unter iOS empfiehlt sich, den Stromsparmodus in der Einstellung „Batterie“ einzuschalten. Dieser dämmt etwaige Hintergrundaktivitäten anderer Apps ein.

Die Messung

Öffnen Sie Ihren Browser und rufen Sie einen Testdienst wie www.speedof.me, www.speedtest.net oder www.breitbandmessung.de der Bundesnetzagentur auf. Einige Anbieter bieten auch schlanke Apps mit weniger Werbung an, Speedtest sogar für macOS. Diese haben den Vorteil, dass sie ältere Messergebnisse für spätere Vergleiche aufbewahren.

Um die Datenrate lokal und ohne Internet zu messen, sind die kostenlosen Apps WiFiPerf für macOS und das zugehörige WiFiPerf Endpoint für iOS empfehlenswert. Diese basieren auf dem bewährten Kommandozeilen-Tool iPerf3.

Zur Messung benötigen Sie allerdings zwei Geräte. Starten Sie zunächst WiFiPerf Endpoint auf Ihrem iPhone oder iPad, das nun als iPerf-Server dient. Schließen Sie nun Ihren Mac via Ethernet direkt an Ihren Router an und starten dort WiFiPerf. Klicken Sie auf das Schubladen-Symbol hinter „Target Server Address“ und wählen Sie in dem Fenster Ihr iOS-Gerät aus.

Legen Sie dieses an verschiedenen Messpunkten ab und klicken dann am Mac jeweils auf „Run Test“ um den Durchsatz zu messen. Um sowohl den Up- als auch den Downstream zu erfassen, wechseln Sie die Übertragungsrichtung bei „Transfer Direction“. Statt eines iOS-Geräts kann man auch einen zweiten Mac verwenden, diesen müssen Sie dann über den Reiter „Server“ in WiFiPerf als Server betreiben.

Ist die gemessene Bandbreite sehr niedrig oder schwankt sie ungewöhnlich stark, sollten Sie zur Tat schreiten und unsere Tipps ausprobieren.

Machen Sie mindestens drei Testdurchläufe, um Messfehler auszuschließen. Es empfiehlt sich zudem eine Gegenprobe mit einem anderen Dienst oder Tool. Bei Speedtest können Sie auch einen anderen Server auswählen.


3. WLAN-Signalqualität mit macOS und iOS überprüfen

Wenn Sie einen Mac haben, können Sie die Wirkung Ihrer WLAN-Optimierung mit Bordmitteln prüfen.

Klicken Sie in der Menüleiste mit gedrückter Alt-Taste auf das WLAN-Symbol und öffnen Sie darüber das Dienstprogramm „Diagnose für drahtlose Umgebungen“, das Sie auch via Spotlight starten können. Das Tool startet mit einem Assistenten, den Sie jedoch ignorieren können. Rufen Sie über das Fenstermenü oder mit Cmd+Alt+5 das Fenster „Leistung“ auf. Darüber lässt sich anhand von drei Diagrammen die aktuelle Empfangsleistung beurteilen.

Interessant ist besonders die mittlere Qualitätskurve für den Signalrauschabstand (SNR, Signal-to-noise-ratio). Dieser wird aus der Signalstärke (RSSI) und den Störsignalen des untersten Diagramms errechnet. Sehr gute Werte liegen bei 40, gute über 25. Bei niedrigeren Werten sollten Sie schauen, ob sich etwas verbessern lässt.

Am Verlauf der Kurve erkennen Sie gut, welche Wirkung die Neupositionierung Ihres Routers oder die Neuausrichtung der Antennen hat (siehe Tipp 5). Je langsamer Sie dabei vorgehen, desto besser lässt sich das Diagramm deuten. Idealerweise arbeiten Sie zu zweit, eine Person beobachtet den Mac und eine weitere richtet den Router neu aus. Aussagekräftig ist zudem die „Rate“ (Tx Rate) im obersten Diagramm. Sie gibt an, mit welcher Brutto-Datenrate Ihr Mac sendet. Sie korreliert mit der Empfangsrate. Beide können sich abhängig von Störeinflüssen jederzeit ändern. Die tatsächliche Datenrate ermitteln Sie wie in Tipp 2 beschrieben.

Unter iOS gibt es kein vergleichbares integriertes Tool. Die kostenlose iOS-App CloudCheck hilft aber, Engpässe in der Wohnung aufzudecken.

Die über das Menüsymbol oben links erreichbare Funktion „Wi-Fi Sweetspots“ zeichnet kontinuierlich die Übertragungsrate auf und erfasst sie in einem Diagramm.

Besonders praktisch ist das zuschaltbare Audiosignal, das ähnlich einem Geigerzähler die aktuelle Transferrate hörbar macht. So entdeckt man schnell, wo in der Wohnung besonders schlechter Empfang herrscht. Lässt man das iOS-Gerät dann an einer Stelle mit besonders schlechter Übertragungsrate liegen, hört man direkt, ob es etwas bringt, den Router neu auszurichten.


4. Router richtig aufstellen und Störfaktoren finden

Verstecken Sie Ihren Router nicht in Schränken oder im letzten Winkel Ihrer Wohnung. Denn grundsätzlich gilt: Das Signal kommt umso stärker bei Ihren Geräten an, je kürzer der Weg ist und wenn es möglichst wenige Hindernisse wie Fenster, Wände oder Möbel durchqueren muss. Ideal wäre also ein Ort in der Mitte der Wohnung und direkter Sichtkontakt, doch selten kann man den Aufstellort frei wählen.

Wichtig ist, dass das Signal möglichst senkrecht durch eine Mauer geht, weil es diagonal sonst mehr Material durchqueren muss (siehe Grafik)

Wlan-repeater.jpeg

Auch Wasser lässt Funkwellen schwer passieren. Einen Wäscheständer mit nassen Klamotten im Funkweg aufzustellen, ist also nicht nur wegen des Metalls problematisch für die Funksignale. Ebenso sollten Sie Ihre Geräte nicht hinter Pflanzen oder einem Aquarium verstecken. Die Resonanzfrequenz des Wasser-Dipols liegt nämlich im 2,4-GHz-Bereich, was etwa Mikrowellengeräte nutzen, um Nahrungsmittel indirekt zu erwärmen.

Neben der Mikrowelle agieren noch weitere Funksysteme wie Bluetooth, Babyphone und manche Schnurlos-Telefone im 2,4-GHz-Bereich. Sie konkurrieren mit dem WLAN um die Sendezeit auf dem Funkkanal. Ein Wechsel auf 5 GHz (siehe Tipp 18) umgeht diese Störungen. Allerdings kommen die Funkwellen bei dieser Frequenz nicht so gut durch Wände. Das verringert aber nicht nur die Reichweite Ihrer Signale, sondern auch die der Nachbarn, die somit weniger stark stören.


5. Antennen-Einstellung verbessern

WLAN-Antennen strahlen ihre Signale in Form eines Kranzes über der senkrechten Achse aus (quasi ein Donut über einem Finger). Die Antennen müssen also nicht auf das Zielobjekt zeigen, sondern im rechten Winkel dazu stehen.

Eine waagerechte Position optimiert den WLAN-Empfang in anderen Stockwerken, eine senkrechte den in derselben Etage. Hat man zwei Antennen, sollte man sie nicht parallel ausrichten, sondern im rechten Winkel zueinander und zur Zielrichtung.

Die Antennenachse bestimmt, wie sich das Signal im Raum verteilt. Möchten Sie andere Stockwerke versorgen, dann hilft eine waagerecht ausgerichtete Antenne

Das gilt sowohl für Router als auch für Repeater. Haben die Geräte keine externen Antennen, kann schon das Drehen des Gerätes um 90 Grad eine deutliche Veränderung bringen. Probieren Sie es aus!


6. Repeater-Aufstellung optimieren

Ein Repeater kann nur aussenden, was er empfängt. Er muss sich also in einem Bereich mit gutem oder zumindest ausreichendem WLAN-Empfang befinden (siehe zur Messung Tipp 2). Dabei ist die Entfernung ein wesentlicher Faktor, noch wichtiger sind allerdings dämpfende oder reflektierende Materialien wie Wände und Möbel (siehe Tipp 4). Sind Sie mit der Leistung Ihres Repeaters nicht zufrieden, experimentieren Sie mit der Aufstellung und stecken Sie ihn in unterschiedliche Steckdosen. Gehen Sie dabei von einer mittleren Position zwischen Router und letztem Client aus und bewegen sich erst zum Router und dann Richtung Client.


7. Wohnung kartografieren

Wenn Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von der Situation in Ihrer Wohnung machen wollen, hilft das Programm NetSpot (ab 54 Euro oder Teil des Setapp-Abos für 10 Dollar/Monat).

Sie können in dessen Survey-Modus Grundrisse laden und damit Pläne der Versorgungsqualität an unterschiedlichen Messpunkten erstellen. Die Software eignet sich vor allem für Besitzer eines MacBook, mit dem Sie einfach durch die Räume wandern. Funklöcher oder Orte mit dramatisch abfallender Signalqualität sind damit schnell gefunden. Erstellt man ein Survey mit „Active Scanning“, erfasst die Anwendung zusätzlich für jeden Messpunkt die tatsächlichen Download- und Upload-Raten.

Mit den Troubleshooting-Ansichten von NetSpot findet man schnell die Stellen im Haus mit besonders gutem Empfang.

n Form einer Heatmap lassen sich Werte wie die Signalqualität (Signal-to-noise-ratio), die Signalstärke (Signal level) oder die Stärke der Störsignale (Noise level) gesondert beurteilen. Wählen Sie dazu die entsprechende Ansicht im Ausklappmenü am unteren Fensterrand aus. Wem die Interpretation der Messewerte schwerfällt, der nutzt die Ansicht „Troubleshooting“. Diese zeigt mit lediglich drei Farben (Grün, Gelb, Rot) noch leichter erkennbar, wo es in Ihrer Wohnung Probleme zum Beispiel mit der Signalqualität gibt oder wo sich besonders viele Kanäle überlappen.

Weil Apps unter iOS nicht auf die WLAN-Hardware zugreifen dürfen (siehe Tipp 15), gibt es dort leider keine vergleichbaren Kartografier-Tools. Windows-Nutzer können auf den kostenlosen Ekahau HeatMapper zurückgreifen.


8. Richtigen Router kaufen

Da sich alle WLAN-Geräte im Haushalt meist einen Drahtlos-Router teilen, sollte der möglichst schnell sein. Macs und iPhones beherrschen seit Jahren den Standard 802.11ac, den der Router auch schaffen sollte – am besten mit mindestens drei Antennen, denn Apple-Computer bringen meist auch drei mit. Vier Antennen helfen bei vielen zu versorgenden Clients.

Sollte der Verkäufer Ihnen ein teures Gerät mit Multi-User-MIMO anpreisen, können Sie das Geld sparen: Bei Apple spielt der Standard noch keine Rolle.

Es lohnt sich, einen Simultan-Dualband-Router (mit 802.11ac und am besten drei Streams) anzuschaffen. Er bedient beide Funkbänder gleichzeitig. So können aktuelle Macs mit maximal 1300 MBit/s im 5-GHz-Band unterwegs sein und selbst ältere Geräte wie ein iPhone 4s mit 802.11n und 2,4 GHz kommen noch ins Internet. Solche Router erleichtern auch den Einsatz von Crossband-Repeatern (siehe Tipp 10). Apples AirPort Extreme und die Time Capsule (siehe Tipp 26) gehören in diese Gruppe. Hohe Transferraten schaffte dort der RT-AC68U von Asus, die meisten Komfortfunktionen bot die Fritzbox, etwa die Modelle Fritzbox 7580 und Fritzbox 7590.

Der Simultan-Dualband-Router Asus RT-AC68U lieferte im Test hohe Transferraten auf beiden Frequenzen.

Haben Sie andere Router in der Nachbarschaft, empfiehlt sich der Kauf eines Gerätes, das in allen Kanälen des 5-GHz-Bandes funken kann, damit man sich bei Überschneidungen aus dem Weg gehen kann. Zu erkennen sind diese oft an dem Feature DFS in den technischen Daten. Bei der Dynamic Frequency Selection weichen Router automatisch dem bei 5,6 GHz funkenden Wetterradar aus. Können Router das nicht, sind sie per Gesetz auf die Kanäle 36 bis 48 beschränkt. Bei den in 802.11ac üblichen Kanalbreiten von 80 MHz können sie nicht ausweichen.

Hatte Ihr bisheriger Router ein DSL-Modem integriert und war darüber auch angeschlossen, sollte Ihr künftiger ebenfalls eines haben. Oder Sie kaufen das ADSL/VDSL-Modem als separates Teil. Häufig findet man so etwas bei eBay, da viele Kunden die von Ihren Providern geschenkte Hardware nicht brauchen und weiterverkaufen.


9. Reichweite erhöhen durch zusätzliche Hardware

Kommt das WLAN trotz aller Tricks nicht in alle Ecken der Wohnung, gibt es drei naheliegende Ansätze, um dem Problem mit zusätzlicher Hardware beizukommen. Am besten ist es, man legt ein Ethernet-Kabel von seinem Router quer durch die Wohnung und stellt einen zweiten Router auf, den man als Access-Point konfiguriert (also ohne DHCP-Server). Meist heißt das Bridge-Modus oder bei AVM „kaskadierter Router“.

Kann man kein Kabel verlegen, bietet sich die Verbindung der beiden Router über zwei Powerline-Adapter an, die die LAN-Signale via Stromleitungen übertragen (Test in Mac & i Heft 2/2017, S. 104 und 106). Hierfür muss man mindestens 100 Euro einplanen. Im Test hat das Kit TL-PA9020 von TP-Link gut abgeschnitten. Einige Powerline-Adapter bringen einen WLAN-Access-Point schon mit, ein Teil davon funkt auch mit 5 GHz. Recht gut schnitt hier TP-Links TL-WPA8630P Kit ab, das rund 120 Euro kostet.

Für die Weiterleitung von normalem DSL reicht schon ein einfacher Repeater wie Netgears EX2700 für 22 Euro

Leider wird die Datenrate durch die Übertragung via Stromleitung unter Umständen arg beschnitten. Das Verfahren funktioniert in der Regel aber auch noch gut bei größeren Entfernungen und durch massive Mauern hindurch. Die einfachste Lösung ist ein WLAN-Repeater, der die Signale vom Router empfängt und erneut sendet. Bei den günstigen Geräten geht dabei aber schon die Hälfte der Bandbreite verloren, da der Repeater abwechselnd auf dem gleichen Kanal empfangen und senden muss. Doch das ist immer noch besser als gar keine Verbindung und kann für anspruchslose Endgeräte sowie die Weitergabe von normalem DSL schon reichen.

Für geringe Ansprüche kommt zum Beispiel Netgears EX2700 zum Preis von ca. 20 Euro in Frage, der sogar einstellbare Antennen besitzt. Besser arbeiten Cross-Band-Repeater (siehe Tipp 10). Man kann auch mehrere Repeater aufstellen. Verwenden mindestens zwei den gleichen WLAN-Namen (SSID) wie der Router, handelt es sich bereits um ein Mesh-Netzwerk (siehe Tipp 11).


10. Mit Crossband-Repeatern den Durchsatz erhöhen

Geht es nur darum, einen ohnehin langsamen Internetanschluss (etwa DSL16) einige Meter in der Wohnung weiterzureichen, reicht eventuell auch ein ganz einfacher Repeater (siehe Tipp 9). Solche Geräte halbieren aber die Transferraten prinzipbedingt.

Crossband-Repeater können auf dem einen Band mit dem Router kommunizieren und auf dem anderen mit dem Client. So schaffen sie höhere Übertragungsraten respektive größere Reichweiten. Sie sind aber auch erst ab über 50 Euro zu haben. Man muss sich außerdem für eine Frequenz entscheiden, unter der die Clients den Repeater erreichen können. Wenn alle Geräte dies zulassen, sollte man dafür 5 GHz vorsehen, denn 2,4 GHz nutzt man besser, um die Signale über die Distanz und durch Hindernisse zu leiten.

Cross-repeater.jpg

Gilt es auch ältere Clients zu versorgen, muss man 2,4 GHz für die letzten Meter nehmen und 5 GHz für die Zuleitung. Dann sollte man den Repeater eventuell etwas näher an den Router rücken. Im Test in Mac & i Heft 3/2017 Seite 84 zeichnete sich der Fritz!WLAN Repeater 1160 für rund 45 Euro aus.

Braucht man noch eine Ethernet-Buchse am Repeater, bietet sich das 72 Euro teure Schwestermodell FRITZ!WLAN Repeater 1750E aus gleichem Hause an. Sehr gut schnitt auch der Asus RP-AC66 ab, der besonders lange externe Antennen besitzt.


11. Überall guten Empfang mit Mesh-Netzwerk erzielen

Wollen Sie für eine große Wohnung oder eine kleine Firma ein einheitliches WLAN einrichten, bei dem es nicht mit einem Router und einem Repeater getan ist, bieten sich sogenannte Mesh-WLAN-Systeme an. Dabei operieren mehrere Basisstationen unter dem gleichen WLAN-Namen (SSID), sodass die Clients nicht von einem Netzwerk in ein anderes wechseln müssen, wenn man mit ihnen umhergeht, sondern nur von einer Funkzelle in die nächste. Dieses Roaming genannte Wechseln der WLAN-Basis beherrschen iOS-Geräte bereits sehr gut (siehe Hintergrund am Ende des Artikels). Sie halten nicht zu lange an einem Knoten mit schlechtem Empfang fest, wenn ein besserer Sender schon bereitsteht.

Idealerweise werden Mesh-WLANs über einen eigenen Backbone mit Daten versorgt, der nicht auf ihrer Sendefrequenz für die Clients unterwegs ist.

Beispiele für solche ab 240 Euro erhältlichen Systeme sind das Orbi RBK43 von Netgear und das Deco M5 von TP-Link, die im c’t-Test gut abgeschnitten haben. Falls Sie schon eine aktuelle Fritzbox besitzen, sind Repeater oder Powerline-Adapter aus gleichem Hause die beste Wahl – insbesondere der 1750E. Bei AVM sorgt ein Firmware-Update dafür, dass die Zusammenarbeit wie etwa das Roaming zwischen Router und Repeatern noch besser funktioniert und alle Geräte einfacher via Router-Webinterface konfiguriert werden können.

Mesh-Netzwerke wie hier Netgears Orbi bestehen aus mehreren Zugangspunkten unter demselben WLAN-Namen.

12. Router hinter Router hängen

Stellt Ihr Provider Ihnen einen Router zur Verfügung, den Sie entweder zwangsweise nutzen müssen oder für andere Dienste – wie Telefonie – benötigen, und der in Sachen WLAN nicht das Optimum liefert (etwa kein 5-GHz-Band), gibt es Abhilfe. Sie können zum Beispiel den zweiten Router per Ethernet-Kabel mit dem ersten verbinden.

Vorher müssen Sie unter anderem auf einem der beiden Geräte den für die Vergabe von IP-Nummern zuständigen DHCP-Server ausschalten, da es davon nur einen in jedem Netzwerk geben darf. Dann müssen sie ihm eine feste IP-Nummer zuweisen, über die das Gerät dann nur noch zu erreichen ist und die es von dem anderen Router bezieht, der alle DHCP-Aufgaben übernimmt. Meist gibt es dafür eine Sammeleinstellung mit der Bezeichnung „Bridge“, „AP-Modus“ oder „kaskadierter Router“.

Stehen die Router direkt nebeneinander, sollten sie das WLAN auf dem in dieser Disziplin schlechteren Gerät ausschalten. Stehen sie entfernt voneinander, können beide weiter drahtlos funken (am besten auf automatisch gewählten oder unterschiedlichen Kanälen, siehe Tipp 13) und man spart sich eventuell sogar einen Repeater.


13. Auto-Kanalwahl verwenden

Wenn der Durchsatz in Ihrem WLAN zu schlecht ist, könnte es daran liegen, dass sich zu viele Funkzellen auf denselben Kanälen gegenseitig im Weg stehen.

Um das festzustellen, kann man zum Beispiel im Web-Frontend einer Fritzbox oder mit den in Tipp 15 vorgestellten Tools nachsehen. Im 2,4-GHz-Band passen bei 40 MHz Kanalbreite zwei WLANs nebeneinander: Nummer 1 auf Kanal 1 bis 5 und Nummer 2 auf Kanal 9 bis 13 (siehe Grafik).

Mehr Platz gibt es im 5-GHz-Band, wo allerdings auch nach 802.11ac eine Kanalbreite von 80 MHz üblich ist. Davon passen drei neben das Wetterradar (36 bis 48, 52 bis 64, 100 bis 112). Funkt das bei Ihnen vor Ort nicht, passen sogar vier dieser WLANs nebeneinander (zusätzlich Kanal 116 bis 128).

Wlan-spektrum.jpg

Einige Router und einige Clients beherrschen allerdings die Frequenzen über dem Kanal 100 nicht. Dann bleiben nur zwei parallele Plätze. Geräte ohne DFS (siehe Tipp 8) bieten sogar nur einen. Versuchen Sie es am besten mit der automatischen Kanalwahl des Routers, denn der weicht konkurrierenden Funkzellen dynamisch aus.

Klappt das nicht, können Sie nach freien Kanälen suchen und diese manuell einstellen. Arbeiten Sie mit mehreren WLAN-Zugangspunkten wie Repeater, Powerline-Adapter und Zweit-Router, sollten Sie diese dann auch auf unterschiedliche Kanäle einstellen.


14. WLAN mit Apples AirPort-App analysieren

Seit iOS 11 dürfen Apps nicht mehr auf die WLAN-Hardware zugreifen. Netzwerk-Scanner können also keine Werte wie den Kanal oder die Signalstärke (RSSI) mehr anzeigen. Einzige Ausnahme ist Apples AirPort-App zur Verwaltung von AirPort-Geräten. Die Funktion „WLAN-Suche“ müssen Sie allerdings erst in den Einstellungen von iOS im Abschnitt „AirPort“ aktivieren. Sie finden die Funktion dann oben rechts in der App.

Apples AirPort-App für iOS zeigt unter anderem, wie viele Geräte auf den selben Kanälen funken.

Apples AirPort-App für iOS zeigt unter anderem, wie viele Geräte auf den selben Kanälen funken.